Final Fantasy X - Review - Final Fantasy Corner

Final Fantasy X – Review

Nach der für mich etwas ernüchternden Vorstellung von FF9 präsentiert sich Final Fantasy X wieder als ein Spiel, das die Final-Fantasy-Tradition aufrechtzuerhalten versucht: Immer einen drauflegen. Ich finde – das ist diesmal perfekt gelungen! Erreicht die Story auch nicht ganz das Niveau von Final Fantasy 6 oder 7, so schafft es der lang erwartete 10te Teil der Reihe durchaus, sich in meinen Top3 anzusiedeln. Das Debüt auf der Playstation 2 kann ich also definitiv als geglückt bezeichnen.


Zur Story

FF X SeymoureDer Schauplatz: Ein Blitzball-Stadion in der Stadt Zanarkand. Tausende jubelnder Menschen, die den Star der Zanarkand Abes spielen sehen wollen: Tidus! Das Match startet actionreich, die Menge jubelt. Doch dann geschieht das Unvorhergesehene: Eine riesige Flutwelle rast auf die Stadt zu, die alles mit sich reißt; verschlingt, zerstört. Auch Tidus und Auron, der Mann, der sich anstelle von Tidus‘ verstorbener Mutter und dem verschollenen Vater um ihn kümmert, werden von der Katastrophe erfasst und von den Wellen fortgerissen.

Als der Junge [besondere Kennzeichen: Strubbelhaar und ein großes Schwert … ^^] wieder zu sich kommt, befindet er sich auf wundersame Weise in der Welt Spira. Er begegnet Yuna, einer Beschwörerin, die sich auf einer Pilgerfahrt durch die Tempel der Welt befindet. Sie muss die darin „lebenden“ Aeons erwecken, mit denen sie am Ende ihrer Reise den Kampf gegen [Sin] gewinnen will. Tidus erfährt, dass [Sin] die Welt Spiras seit 1000 Jahren immer wieder heimsucht und sie mit Naturkatastrophen wie Erdbeben und Flutwellen verwüstet, um – so glauben es zumindest die Anhänger der Yevon Religion – die Menschheit dafür zu bestrafen, dass sie sich der Technik hingegeben haben, die seitdem auf Spira natürlich verpönt ist. Die Anhänger Yevons vertrauen darauf, dass der Oberste ihrer Beschwörer sich dem Kampf gegen [Sin] stellt und Spira dafür ein paar Jahre Frieden schenkt.
Tidus begreift, dass ihn seine Reise in eine andere Zeit geführt hat, dass „sein“ Zanarkand seit eben diesen 1000 Jahren nicht mehr existiert. Er versucht, das Geheimnis, welches hinter seiner seltsamen Reise steckt, zu ergründen. Er verliebt sich schnell in die aufopferungsvolle Yuna, aber je mehr er über ihre Reise, auf der er sie als Leibwächter begleitet, erfährt, desto inständiger hofft er, dass Yuna ihre Pilgerfahrt nicht beendet. Und auch der Yevon-Anführer Seymour gibt Tidus mehr als nur ein Rätsel auf …

FF X-2 Tidus und LuluEine Reise in eine andere Zeit, durch eine Welt, die zwar die eigene ist, aber in der man trotzdem keinen Platz hat. Menschen gefunden zu haben, mit denen man sein Leben teilen möchte, und das Wissen im Herzen, dass dies vermutlich nicht das Ende finden wird, das man sich erhofft. Alles, was Tidus bleibt, ist der Traum von einem besseren Leben. Versteht er, dass auch Yuna diesen Traum hegt, und genau deswegen tut, was sie tun muss?
Eine Geschichte voll von Abschied und Hoffnung, Liebe und Trauer …


Das Spiel

FF X LuftschiffDie Spannung war wohl niemals in der Geschichte von Final Fantasy so groß, wie vor dem Erscheinen des 10ten Teils. Als erstes FF sollte es die Tradition über den SNES und die PSX auch auf der Playstation 2 fortsetzen. Und was den Fans dann schließlich geboten wurde, entschädigte sicherlich jeden, der sich extra für dieses Spiel die neue Konsole angeschafft hatte. Spätestens zu Begin der ersten FMV saß man wohl mit großen Augen vor dem Bildschirm und hatte nur noch ein riesiges „WOW!“ im Kopf!
Doch nicht nur die Video-Sequenzen sind graphisch beeindruckend, auch die Hintergründe während des Spielverlaufs haben keinerlei Ähnlichkeit mehr mit den pixeligen Kulissen, die noch in Teil 9 zu sehen waren. Die unzähligen Polygone machen in Final Fantasy 10 jedes noch so kleine Detail sichtbar und lassen alles sehr realistisch wirken. Meister Tetsuya Nomura hat wieder eine wahre Glanzleistung in Sachen Charakterdesign vollbracht: Die Spielfiguren gliederen sich problemlos in die FF Tradition ein und wirken ob der phänomenalen Grafik lebendiger denn je, da kleinste Veränderungen in der Mimik sofort sichtbar werden. Auch die lang ersehnte Sprachausgabe trägt einiges zur Glaubhaftigkeit der Charaktere bei.

Der Soundtrack zum Spiel stammt wieder von Nobuo Uematsu und unterscheidet sich diesmal deutlich von seinen Vorgängern. Dennoch passt diese Andersartigkeit perfekt zu der melancholischen Geschichte und macht FFX zu einem sehr „leisen“ Final Fantasy, das man auch nach dem Spiel noch lange im Herzen behält.

FF 10-2 Battle Screen Kimahri attacksDas Spielsystem wurde völlig umgekrempelt. Sammelte man früher Erfahrungspunkte, um ein höheres Level zu erreichen, dienen diese jetzt zum „Dazukaufen“ von Schritten auf dem sogenannten „Sphäro-Brett“, das dem Spieler eine völlig freie Charaktergestaltung ermöglicht. Wirkt das System auch auf den ersten Blick kompliziert, freundet man sich doch schnell damit an. Genau wie mit den vielfältigen Möglichkeiten, seine Waffen durch bestimmte Sphäroide aufzurüsten und zu verbessern. Auch das integrierte Blitzball-Spiel sorgt für Abwechslung und Spielspaß.

Vielleicht nicht ganz so gelungen ist der eher gradlinige Storyverlauf: Man bekommt tatsächlich erst spät die Möglichkeit, sich zu frei in Spira zu bewegen. Ab dem Zeitpunkt, an dem man frei über das Luftschiff verfügen kann, nimmt man sich dann entweder noch 2 Stunden Zeit, um sich dem finalen Kampf zu stellen und das Spiel zu beenden – oder man kämpft sich mit hohem Zeitaufwand UND Lösungsbuch [sehr schade: Die Zeit, in der sich die Rätsel durch selbstständiges Knobeln lösen lassen, sind spätestens mit diesem Teil vorbei!] durch die vielfältig vorhandenen Side-Quests, die einen noch gut 100-200 weitere Stunden beschäftigen können. Dies macht zwar wirklich Spaß, da dann aber keine „Geschichte“ mehr übrig ist, wirkt dieser Teil des Spiels wie ein Anhängsel. Ich hätte mir hier mehr Integration gewünscht.
Ein weiteres „kleines“ Manko sind die übergroßen PAL-Balken, mit denen wir Europäer uns herumschlagen müssen, an die man sich – wohl oder übel – aber recht schnell gewöhnt.

Alles in allem ist Final Fantasy X ein grandioser erster Schritt auf der Playstation 2, der eine wunderschöne Geschichte bietet und durch atemberaubende Graphiken besticht. Von mir gibt es eine klare Spielempfehlung!


Daten und Fakten

Final Fantasy 10 Cover
Hersteller: Squaresoft
Erstveröffentlichung: 2001
Spieler: 1
Plattform: Playstation 2
Discs: 1

Final Fantasy X war das erste Final Fantasy, das 2003 mit FFX-2 ein echtes Sequel und 2013 auch das erste HD-Remaster für die PS3 erhielt. Viele Fans hoffen noch auf eine Umsetzung von Final Fantasy X-3, das die Geschichte fortführen soll, oder sogar auf FFX-Zero, das sich auf die Vorgeschichte, also die Erlebnisse von Auron, sowie Yunas und Tidus‘ Vätern Braska und Jekkt konzentriert.

Final Fantasy X ist physisch für PS2, als HD-Remaster für PS3, PS4, PS Vita, Switch und XBox One sowie als Download für Steam erschienen.